LVM: Einrichten eines Logical Volumes

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LVM – Logical Volume Manager

Der Logical Volume Manager ist eine Zwischenschicht zwischen Betriebssystem und dem physikalischen Festplattenspeicher. Der LVM verwaltet hierbei einzelne Volumes, die sich auch über mehrere Festplatten erstrecken können. Der Vorteil liegt hier eindeutig an der Flexibilität der einzelnen Volumes. Ist beispielsweise ein Volume zu klein geworden, kann man dieser im Betrieb freien Festplattenspeicher zuweisen. Oder nachträglich eingebaute Festplatten können zur Volume Group hinzugefügt werden und wiederrum den einzelnen Volumes zugewiesen werden. Weiterhin bietet LVM die Möglichkeit mittels Snapshots, vergleichbar mit Windows Schatten Kopien – Datenkonsistente Backups zu erstellen.

LVM setzt hier auf 3 Ebenen auf:

* Physical Volume (Verwaltung der Festplatten)
* Volume Group (Verwaltung der Volumes in einer Gruppe)
* Logical Volume (das einzelne Volume / Partition)

Installation des Logical Volume Managers

Der LVM ist bereits bei Debian integriert und kann mittels apt-get installiert werden

# apt-get install lvm2

Physical Volume erstellen
Dies setzt vorraus, dass auf der/den Festplatte/n unpartitionierter freier Speicherplatz existiert. Zur Konfiguration der Festplatten starten Sie das Programm

# cfdisk

Suchen Sie das freie Device, auf dem die Volume Group erzeugt werden soll. Stellen Sie hier den Typ auf 8e. Speichern Sie danach die geänderten Paritionsangaben ab.

Nun muss das physikalische Volume noch dem LVM bekannt gegeben werden:

# pvcreate /dev/hda3

Meldet die Partition hda3 als physicalisches Volume an. Möchte man noch eine weitere Partition, beispielsweise hda4 anmelden, ist der Befehl der gleiche:

# pvcreate /dev/hda4

Mittels des Befehles

pcdisplay

lässt sich das Ergebnis prüfen.

Volume Group erstellen
Nun können die eben erstellen physikalischen Speicherbereiche in ein Volume zusammen gefasst werden.

# vgcreate vgroup /dev/hda3

erstellt eine VG mit dem Namen vgroup und benutzt hierzu den Speicherplatz auf /dev/hda4.

Möchte man mehrere Partitionen zu einer VG zusammen fassen, funktioniert das mit einem Befehl:

# vgcreate vgroup /dev/hda3 /dev/hda4 

Das Ergebnis lässt sich mittels des Befehles:

# vgdisplay 

prüfen.

Möchten Sie den Namen der Gruppe ändern, geht dies mit dem Befehl:

# vgrename vgroup vgroup1

Um nach VGs zu suchen, benutzen Sie den Befehl:

# vgscan

Um eine VG wieder zu löschen, benutzen Sie den Befehl:

# vgremove vgroup1

Ein Logical Volume erstellen
Nun erstellen wir auf der VG ein Volume, dass zum speichern von Daten benutzt werden kann.

Um eine Partition namens daten mit 10 GB auf der VG vgroup zu erstellen, geben Sie folgenden Befehl ein:

# lvcreate --name daten --size 10GB vgroup

Genau so lassen sich auch alle anderen gewünschten Volumes erstellt werden, beispielsweise backup mit 5 GB.

# lvcreate --name backup --size 5GB vgroup

Die Volumes lassen sich dann mit dem Befehl

# lvdisplay

anzeigen.

Der Befehl

# lvscan

zeigt Ihnen die Volumes und deren Status:

# lvscan
ACTIVE '/dev/vgroup/daten' [10.00 GB] inherit
ACTIVE '/dev/vgroup/backup' [5.00 GB] inherit

Um ein Volume umzubenennen, benutzen Sie den Befehl

# lvrename daten private

Um ein Volume wieder zu löschen, benutzen Sie den Befehl

# lvremove private

Volume vergrößern

Um das Volume backup von 5 GB auf 10 GB zu vergrößern, benutzen Sie den Befehl

# lvextend -L10GB /dev/vgroup/backup

Danach muss das Filesystem noch vergrössert werden. Dies erreicht man bei einem ext3 FS mit dem Befehl

# resize2fs /dev/vgroup/backup

oder bei ReiserFS

# resize_reiser /dev/vgroup/backup

Beachten Sie:
Ist das Volume ein XEN System Volume – namens xen01 – muss folgendermaßen vorgegangen werden:

Auf dem Dom0:

# lvextend -L10G /dev/vgroup/xen01 

Danach wechseln Sie auf den DomX xen01 und geben dort folgenden Befehl ein:

# resize2fs /dev/hda1

Volume verkleinern

Sicherheitshalber sollte man das zu verkleinernde Filesystem zunächst aus dem aktiven System aushänten (umount). Danach muss zunächst das Filesystem in dem Volume verkleinert werden, erst danach kann das Volume verkleinert werden.

Dies erfolgt mit dem Befehlen

# umount /dev/bgroup/backup
# e2fsck -f /dev/vgroup/backup
# resize2fs /dev/vgroup/backup 5GB
# lvreduce -L5GB /dev/vgroup/backup

oder bei einem ReiserFS ´

# resize_fsck --check /dev/vgroup/backup
# reiser_resize -s 5G /dev/vgroup/backup
# lvreduce -L5GB /dev/vgroup/backup

Ein Filesystem auf den Volumes erstellen
Um die Volumes benutzen zu können, muss noch ein Filesystem erstellt werden:

# mkfs.ext3 /dev/vgroup/backup

erzeugt ein EXT3 Filesystem auf dem Volume backup. Möchten Sie ein anderes FS benutzen, gibt es die Befehle mkfs.xfs für das XFS und mkfs.reiser für das Reiser FS.

Nun kann das neu erstellte Volume backup in das Filesystem eingehängt (gemountet) werden.

# mkdir /backup
mount /dev/vgroup/backup /backup

Und auch gleich mit dem Befehl

# df -h 

prüfen.

Um das neu erstellte Volume backup dauerhaft in das System zu integrieren, muss der Mountbefehl noch mit in die fstab aufgenommen werden. Fügen Sie am Ende der Datei /etc/fstab folgende Zeile ein:
[font='Courier New, Courier, mono']/dev/vgroup/backup /backup ext3 rw,noatime 0 0[/font]
Eine /etc/fstab könnte dann so aussehen:

proc /proc proc defaults 0 0
/dev/hda1 / ext3 defaults,errors=remount-ro 0 1
/dev/hda2 /boot ext3 defaults 0 2
/dev/vgroup/backup /backup ext3 rw,noatime 0 0

Eine neue Festplatte in eine Volume Group einbinden

Wenn der Speicherplatz einer Volume Gruppe zu klein wird, kann eine neue Festplatte in die Gruppe eingebunden werden, um deren Platz auf die Volumes zu verteilen.

Die neue Festplatte, in unserem Beispiel die erste Partition der 2. Festplatte /dev/hdb1 muss wiederum als Typ 8E, wie im ersten Bereich dieser Anleitung beschrieben, markiert werden.

Nun erstellen wir das physicalische Volume:

# pvcreate /dev/hdb1

Nun fügen wir diesen physikalischen Speicher in die Volume Group vgroup hinzu:

# vgextend vgroup /dev/hdb1

Mittels des Befehles

# vgdisplay

lässt sich der vergrößerte Speicherplatz überprüfen.

Eine Festplatte aus einer Volume Group entfernen

Haben Sie zu einer Festplatte kein Vertrauen mehr oder benötigen diese in einem anderen System, lässt sich die Festplatte aus der Gruppe auch wieder entfernen.

Wichtig ist hierbei, dass die Kapazität der Volumes auf die Größe der überbleibende Festplatte reduziert wird, damit keine Daten verloren gehen. Eine Alternative wäre, eine temporäre Platte in die Volume Group zu integrieren.

Wir möchten die Festplatte /dev/hdb – deren Partition /dev/hdb1 in die Gruppe integriert wurde – aus dem System entfernen und haben hierfür eine neue größere Platte /dev/hdc1 in das System und in die Volume Group eingebunden.

Nach dem verkleinern der Volumes oder hinzufügen einer neuen Festplatte, kopieren wir die Daten innerhalb der Gruppe auf die überbleibende Festplatte /dev/hdc1. Somit leeren wir die Platte, die wir ausbauen möchten.

# pvmove /dev/hdb1 /dev/hdc1

Dieser Befehl kopiert sämtliche Daten auf die neue Festplatte, die auf der Platte, die wir entfernen möchten, gespeichert wurden. Das kann einige Zeit dauern, der Fortschritt wird aber prozentual angezeigt.

Nachdem alle Daten kopiert wurden, reduzieren wir die Kapazität der Volume Group um die Größe der Partition hda1:

# vgreduce vgroup /dev/hdb1

Mittels

# vgdisplay 

lässt sich das Ergebnis überprüfen.

Nun muss noch das physikalische Volume aus dem System entfernt werden:

# pvremove /dev/hdb1

Somit ist die Festplatte auch nicht mehr als zur Verfügung stehender Speicherplatz im System bekannt.
Die Festplatte kann nun, nach Herunterfahren des Systemes, ausgebaut werden.

bisherige Suchbegriffe:

  • debian lvm einrichten
  • debian lvm
  • Linux Debian LVM
  • lvm einrichten
  • kvm lvrename


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