Rootserver installieren – Debian from Scratch (Lenny im Rescue Modus) – mit Proxmox

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Eine “from Scratch” Installation bedeutet, den Server manuell nach eigenen Wünschen zu installieren. Viele Provider bieten hierfür einen “Rescue Modus”, eine kleine Linux Umgebung, in die die Platten des Servers hinein gemountet werden können.

In dieser Anleitung wird ein Root-Server mit LVM (Logical Volume Manager), Raid 1 (gespiegelte Platten) und Proxmox 1.9 für die Verwaltung der virtuellen Maschinen installiert.

Damit fangen wir auch an. Botten Sie den Server in den “Rescue Modus”.
Mit dem Befehl

# fdisk -l

lässt sich eine Übersicht der Festplatten anzeigen.
In unserem Beispiel nehmen wir an, dass wir 2 identische Platten haben, mit denen wir auch ein Raid 1 (Mirror) machen möchten (also /dev/sda1 und /dev/sda2).

Somit paritionieren wir die erste Festplatten:

# fdisk /dev/sda1

Hierbei sind folgende Tastenkürzel von Interesse:

  • m gibt eine Liste der möglichen Befehle aus
  • p gibt die aktuelle Partitionstabelle aus
  • d löscht eine Partition
  • n fügt eine neue Partition hinzu
  • l listet die “bekannten” Partitionstypen auf (fd für Linux Raid, 82 für Swap, 83 für Linux)
  • w schreibt die Tabelle und beendet fdisk

Wichtig: nicht vergessen, eine Boot Partition zu definieren (b)

Nachdem die erste Platte /dev/sda1 partitioniert wurde, muss die Partitionstabelle auf die 2. Festplatte /dev/sdb kopiert werden, für ein Raid sind 2 identische Festplatten notwendig

sfdisk -d /dev/sda | sfdisk --force /dev/sdb

Damit diese letzte Aktion auch aktiv wird, muss der Server neu gestartet werden (wieder in das Rescue System).

Nun können wir das Raid System aufbauen. Wir bauen zunächst nur /dev/sda1 auf, da wir später die 2. Platte im aktiven System dazu synchronisieren, dies spart etwas Zeit.

Der Befehl, um ein md-Device (ein Raid-Device) zu erzeugen, lautet:

mdadm -v --create /dev/mdX --level=mirror --raid-devices=2 /dev/sda1 missing

Statt dem “missing” kann auch die 2. Platte angegeben werden (/dev/sdb1) allerdings fängt der Server dann sofort an zu synchronisieren. Nach einem Reboot startet die Synchronisiert wiederum von vorne. Somit fallen zu beginn nur unnötige Plattenaktivitäten an.

Dies machen wir dann mit allen Partitionen, das /dev/mdX steht hierfür für die Raid-Device, beispielsweise /dev/md1, /dev/md2

Eine Übersicht des Rais Status kann man sich mit

cat /proc/mdstat

anschauen.

Das Swap erstellen (beispielsweise auf /dev/md2)

mkswap /dev/md2

Nun erstellen wir das Filesystem auf dem /boot Device (beispielweise /dev/md0)

mkfs.ext3 /dev/md0

Und zu letzt das LVM auf dem Daten-Device (beispielsweise /dev/md1)

pvcreate /dev/md1
vgcreate vg /dev/md1

Nun können die einzelnen Logical Volumes erzeugt werden (LV):

lvcreate -n root -L 5G vg
lvcreate -n vz -L 100G vg

Mit einem lvscan sollte man die Logical Volumes nun sehen können.
Sofern bei der Ausgabe von lvscan der Status der Volumes aus “inactive” steht, müssen diese noch mit dem Befehl

vgchange -ay

aktiviert werden.

Diese müssen nun formatiert werden:

mkfs.ext3 /dev/vg/root
mkfs.ext3 /dev/vg/vz

Nun mounten wir unser neues Filesystem in das Rescue-System um mit der Installation zu beginnen:

mkdir -p /media/mnt
mount /dev/vg/root /media/mnt
cd /media/mnt
mkdir boot
mkdir proc
mkdir dev
mkdir sys
mkdir home
mkdir -p var/lib/vz
mount /dev/md0 boot/
mount /dev/vg/vz var/lib/vz/

Wir erzeugen eine fstab (eine Liste, in der die zu mountenden Filesystems definiert werden):

mkdir etc
cd etc
vi fstab

mit dem Inhalt:

proc /proc   proc   defaults 0 0
/dev/md0 /boot   ext3   defaults 0 2
/dev/vg/root /              ext3   defaults 0 1
/dev/vg/vz         /var/lib/vz        ext3  defaults 0 2
/dev/md2           none      swap  defaults,pri=1 0 0

OPTIONAL Start: Bei manchen Providern ist das Rescue-System als Live-CD eingebunden. Wir müssen dies beschreibbar machen, damit wir das debootstrap installieren können:

mkdir /usr2
cp -Rvp /usr/* /usr2
mv /usr /_usr
mv /usr2 /usr

OPTIONAL Ende

Wir laden uns das debootstrap und installieren es:
debootstrap ist ein Initialisierungsprogramm, was ein minimales Linux-System installieren kann.

cd /root
wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/d/debootstrap/debootstrap_1.0.32_all.deb
ar vx debootstrap_1.0.32_all.deb
tar xvfz data.tar.gz -C /
debootstrap --arch amd64 lenny /media/mnt ftp://ftp.de.debian.org/debian/

Anmerkung: Hier wird nun ein Lenny-Basis System nach /media/mnt geladen und installiert. Statt Lenny kann natürlich auch “squeeze” für das neuere System benutzt werden. Proxmox setzt allerdings noch lenny voraus. Weiterhin kann statt amd64 auch “i386″ benutzt werden, sofern das Server-System keine 64Bit unterstützt.

Nun “chrooten” wir das System. Dies bedeutet, dass wir das eben installierte System als neues “Root-System” anmelden:

mount -t proc none /media/mnt/proc
mount -o bind /dev /media/mnt/dev
mount -o bind /sys /media/mnt/sys
chroot /media/mnt

Nun befinden wir uns in unserem neuen Linux-System.
Als nächstes setzen wir das root-Passwort (ein wichtiger Schritt der Sicherheit wegen):

passwd

Nun müssen noch einige Dinge erledigt werden:
/etc/network/interfaces anlegen:

auto lo
iface lo inet loopback
# The primary network interface
allow-hotplug eth0
iface eth0 inet static
address <IPADRESSE>
netmask 255.255.255.0
network <NETWORK xxx.xxx.xxx.0>
broadcast <BROADCAST xxx.xxx.xxx.255>
gateway <GATEWAY>

für Proxmox wäre folgende /etc/network/interfaces möglich:

auto lo vmbr0
iface lo inet loopback
iface vmbr0 inet static
address <IPADRESSE>
netmask 255.255.255.0
broadcast <BROADCAST xxx.xxx.xxx.255>
gateway <GATEWAY>
bridge_ports all

Ebenso sollten die Dateien angepasst werden:

/etc/hostname
/etc/hosts
/etc/resolv.conf

Und wir führen noch ein Update auf das neue System aus und installieren nötige Pakete nach:

aptitude update
aptitude upgrade
aptitude install mdadm openssh-server lvm2 locales ntp

Nun noch die Zeitzone einstellen:

dpkg-reconfigure locales tzdata

Als nächstes installieren wir einen aktuellen Kernel (Achtung: bei Proxmox kann übersprungen werden):

aptitude install linux-image-amd64

bzw bei i386 Systemen auch linux-image-686

Bei Proxmox kann direkt der Proxmox-Kernel installiert werden.
Zunächst müssen die Sourcen in /etc/apt/sources.list modifiziert werden:

deb http://ftp.de.debian.org/debian lenny main
<strong>deb http://download.proxmox.com/debian lenny pve</strong>
deb http://security.debian.org/ lenny/updates main

Der Proxmox Repository Key hinzugefügt werden:

wget -O- "http://download.proxmox.com/debian/key.asc" | apt-key add -

Die Änderungen aktiviert werden:

aptitude update
aptitude upgrade

und nun kann der Kernel geladen werden:

aptitude install pve-firmware pve-kernel-2.6.32-4-pve

Proxmox Ende

Wir benötigen nun nor noch eines, ein Bootloader, der uns das System startet.
Aktuell ist grub2:

aptitude install grub2

Grub auf die Platten installieren

grub-install --no-floppy /dev/sda
grub-install --no-floppy /dev/sdb
update-grub /dev/md0
update-initramfs -u

Nun kommt der große Moment, wir booten unser neues System

Starten Sie das System ohne Rescue, nach einigen Minuten sollte der Ping erfolgreich sein und das System per ssh mit dem eben gesetzten Passwort verfügbar sein.

Nun fehlt nur noch das vervollständigen des Raids:

mdadm /dev/md0 -a /dev/sdbX

muss auf jedes Raid-Volume ausgeführt werden.

Der Fortschritt lässt sich mit

cat /proc/mdstat

prüfen oder dauerhaft mit dem Befehl

watch cat /prov/mdstat

verfolgen.

Zu Beachten ist, dass nach einem Reboot von vorn begonnen wird, das Raid zu synchronisieren. Man sollte also ein Reboot in dieser Zeit vermeiden.

Allerdings kann das System fertig konfiguriert werden, die Synchronisierung richtet sich nach der Auslastung der Platten, so dass mehr Rechenzeit für die Installation gegeben wird. Daduch verlängert sich allerdings auch die Synchronisierung des Raids.



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2 Kommentare zu: Rootserver installieren – Debian from Scratch (Lenny im Rescue Modus) – mit Proxmox

  1. [...] ist eine installiert Debian Squeeze Umgebung. Hierzu kann nach dieser Anleitung vorgegangen werden. Einzig die Angaben in /etc/apt/sources.list müssen angepasst [...]

  2. tom sagt:

    Danke, das hat mir geholfen, meinen Server von Grund auf neu auzusetzen.

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