Postfix als Backup MX einrichten
Ein Mailserver kann auch mal ausfallen. Deshalb ist es sinnvoll, auch einen Backup Mailserver zu installieren. Postfix bietet sich als Backup MX hervorragend an. Die Installation ist sehr einfach und die Wartbarkeit erfolgt über 2 Konfigurationsdateien. Dabei kann ein Postfix Backup Mailserver auch für mehrere Haupt-Mailserver der Backup sein.
Serverwahl für einen Backup Mailserver
Ein Backup Mailserver muss nicht der Größe entsprechen, wie es der Hauptserver tut. Meist reicht für kleine bis mittlere Mailserver ein vServer als Backup Mailserver aus.
Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass genügend Festplatten-Speicher zur Verfügung steht, da der Backup MX Server die Mails als Dateien zwischenspeichert, bis er sie an die Mailserver weiterleiten kann.
Ist ein Server gefunden, kann Postfix installiert und konfiguriert werden.
Postfix auf dem Backup Mailserver installieren
Auf einem Debian-System ist Postfix bereits im Repository enthalten und kann einfach installiert werden.
# aptitude install postfix
Das Packet wird nun installiert und im Standard konfiguriert.
Man muss nun Postfix als Backup-Server installieren. Die Konfigurationsdateien liegen unter /etc/postfix
Postfix als Backup Mailserver konfigurieren
Die Hauptdatei, in der Postfix alle Informationen heraus holt, ist die Datei
/etc/postfix/main.cf
Hier müssen einige Veränderungen gemacht werden, damit Postfix als Backup-MX läuft.
Folgende Einstellungen müssen angepasst werden:
/etc/postfix/main.cf
relay_domains = $mydestination,hash:/etc/postfix/relay_domain transport_maps = hash:/etc/postfix/relay_transport permit_mx_backup_networks = 91.143.83.171
Alle Domains, die der Backup-MX “relayen” soll, also annehmen und weiterleiten, sind in die Datei /etc/postfix/relay_domain enthalten.
Wie, bzw eher, wohin die Mails dann weiter geleitet werden sollen, steht je nach Domainname in der Datei /etc/postfix/relay_transport
Der letzte Eintrag “permit_mx_backup_networks” definiert die IP des Backup-Mailservers, da nur über ihn relayed werden darf.
Dazu muss noch der Eintrag “smtpd_recipient_restrictions” angepasst werden.
Hier müssen die 2 Zeilen
permit_mx_backup, check_relay_domai
hinzu gefügt werden.
Eine funktionierende /etc/postfix/main.cf gibt es hier.
Somit ist die Konfiguration des Servers an sich abgeschlossen.
Nun müssen die Tabellen angelegt werden, für welche Domains der backup MX zuständig sein soll.
Backup Mailserver Relay Domains definieren
Zunächst werden alle Domains zusammen gefasst. Dies geschieht in der Datei
/etc/postfix/relay_domains
domain1.tld anything domain2.tld anything domain3.tld anything
Hier werden die Domains, für die der Backup Mailserver zuständig sein soll, nacheinander aufgeführt. Wenn versucht wird, Emails zuzustellen und der Empfänger nicht Mitglied einer dieser Domains ist (beispielsweise domain4.tld), wird die Annahme der Email verweigert.
Danach muss noch definiert werden, was mit den Mails gemacht werden soll, bzw wohin sie weiter geleitet werden sollen
/etc/postfix/relay_transport
domain1.tld relay:192.168.0.100 domain2.tld relay:192.168.0.100 domaint3.tld relay:192.168.0.101
In dieser Datei werden pro Domain angegeben, an welche IP die Mails “relayed”, weitergeleitet werden sollen.
Hat man mehrere Mailserver, kann somit durch einen Backup-Mailserver mehrere Master-Mailserver abgesichert werden.
Ist ein Haupt-Mailserver nicht verfügbar, behält der Backup-Mailserver die Mail so lange zurück, bis er dise erfolgreich zustellen kann, wenn der Mailserver wieder online ist.
So gehen keine Emails verloren, wenn Wartungsarbeiten am Haupt-Mailserver vorgenommen werden.
Abschlussarbeiten
Nun müssen die 2 Tabellen noch in ein von Postfix lesbares Format konvertiert werden
# cd /etc/postfix postmap relay_domains postmap relay_transport
und der Postfix Mailserver neu gestartet werden
# /etc/init.d/postfix reload
Als nächstes kann man einen Open-Relay test vornehmen, um festzustellen, ob die Konfiguration auch korrekt ist.
Bekanntmachen des Backup MX Servers
Damit alleine ist es nicht getan, der Server läuft zwar, aber er muss nun dem Internet auch bekannt gemacht werden.
Dies erfolgt durch die DNS Angaben der Domains.
Normalerweise enthält ein DNS Set eine Angabe für den Haupt-Mailserver, der normalerweise ungefähr so aussieht:
MX mail.domain.tld 10
Dies Bedeutet, dass Mailserver (MX) sich an den Hostnamen mail.domain.tld wenden sollen. Die 10 ist für DNS Einträge, in denen es nur einen “MX”-Eintrag gibt, normalerweise uninteressant.
Aber hier wird sie nun interessant, die 10 bedeutet nämlich die Priorität.
Es wird nun ein weiterer Eintrag mit einer niedrigeren Priorität benötigt. Je niedriger die Priorität sein soll, desto höher muss die Zahl gewählt werden.
Ein Eintrag für einen Backup Mailserver könnte so aussehen
MX backupmx.domain.tld 20
Somit werden Mailserver, die eine Email zustellen möchten, zunächst versuchen, den Mailserver mit der Priorität 10 zu erreichen. Schlägt dies fehl, so wird auf den 2. Eintrag mit der Prirität 20 ausgewichen und versucht, diesen Server zu erreichen – in diesem Fall der Backup Mailserver – um die Email zuzustellen.
Diese Einstellungen müssen an jedem DNS Set aller Domains gemacht werden, die über den Backup-Mailserver abgefertigt werden sollen. Zu beachten ist, dass die DNS Änderungen bei manchen Providern bis zu 24 Stunden dauern können, bis sie aktiv sind.
Backup-Mailserver testen
Ein einfacher Test des Backup-Mailserver ist einfach zu machen, man deaktiviert den Haupt-Mailserver.
Eingehende Mails müssten dann auf dem Backup-Mailserver auflaufen.
Dies kann man dort in den Logfiles
/var/log/mail.log
oder auch in der Mail-Queue sehen
# mailq
Nach reaktivierung des Haupt-Mailservers müssten die Mails aus der Queue nach und nach wieder weniger werden.
Dabei ist hier Geduld gefragt, der Backup-MX wird nur alle paar Minuten versuchen, den Haupt-Server zu erreichen, d.h. die Einlieferung der Mails an den Haupt-Mailserver kann nochmals einige Minuten benötigen.
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Das ist absolut richtig. Dazu hilft dieser Beitrag evtl.
http://www.server-wissen.de/security/mailserver-auf-open-relay-testen/
Allerdings, sollte der Haupt-Mail-Server ein lediglich empfangender Mailserver sein, kann dieser auch mal kurz vom Netz.
Ich gebe allerdings zu, die Telnet Methode ist eleganter und auch sicherer, statt das mit realen Mails zu testen.
“Ein einfacher Test des Backup-Mailserver ist einfach zu machen, man deaktiviert den Haupt-Mailserver.”
den Hauptmailserver zu deaktivieren ist keine gute Idee
wie waers mit telnet mail.server.net 25 und dann per Hand? ist vielleicht die bessere Idee..